
Diagnostik Schleimhautmelanom
Zuletzt aktualisiert: 16.09.2026 | Autor(in): Prof. Dr. med. habil. Mirjana Ziemer
Ein Teil der Schleimhautmelanome entstehen an Körperstellen wie der Mund- und Genitalschleimhaut, die man von außen gut einsehen kann. In diesen Regionen wird ein Melanom leichter frühzeitig durch die Patientinnen und Patienten selbst erkannt oder aber auch durch die behandelnden Zahnärztinnen, Zahnärzte, Frauenärztinnen, Frauenärzte und UrologInnen. Andere Schleimhautmelanome wie in den Nasenneben- oder Kieferhöhlen oder dem Magen-Darm-Trakt werden in der Regel entweder als Zufallsbefund im Rahmen einer anderweitig notwendigen Untersuchung entdeckt oder aber, weil bereits Beschwerden oder sogar Komplikationen auftreten. So äußern sich fortgeschrittene Melanome der Nasenneben- oder Kieferhöhlen zum Beispiel durch Nasenbluten oder Behinderung der Nasenatmung. Melanome im Magen-Darm-Trakt können hingegen zu Schluckbeschwerden, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen oder dunklen Teerstühlen, als Ausdruck von Blutungen, führen.
Ähnlich wie an der Haut findet sich auch bei Schleimhautmelanomen in frühen Entwicklungsstadien meist ein unregelmäßig begrenzter, bräunlicher oder schwarzer Fleck auf unveränderter Schleimhaut. Zumeist werden die Tumoren jedoch entdeckt, wenn sie bereits ein deutliche Tumordicke erreicht haben. Unerkannt kommt es zum stetigen Wachstum nicht nur in der Fläche, sondern auch in die Tiefe. Das Melanom wird dicker, so dass sich ein spürbarer Knoten entwickeln kann. Zunehmend kugelige Tumorknoten wölben sich vor und können an der Oberfläche nicht selten ulzerieren, so dass der Tumor blutet. Es ist die Blutung, die nicht selten zur weiteren Abklärung und damit eigentlichen Feststellung des Melanoms führt. Ein Teil der Schleimhautmelanome kann aber auch ohne Pigmentierung auftreten. Bei fehlender Pigmentierung ist die korrekte Diagnose nochmal weiter erschwert. Die Diagnose wird histopathologisch gesichert, gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme von speziellen Antikörperfärbungen.
Schleimhautmelanome werden demzufolge meist spät entdeckt. Aufgrund der vergleichsweisen späten Diagnose sind z.B. etwa die Hälfte der Schleimhautmelanome der Mundhöhle zum Zeitpunkt ihrer ersten Feststellung bereits in die Lymphknoten der unmittelbar umgebenden Tumorregion metastasiert. Etwa ein Fünftel der Schleimhautmelanome ist zum Zeitpunkt der Erstdiagnose sogar bereits fernmetastasiert, hat also bereits in abgelegenere Körperregionen oder Organe gestreut. Die Leber und die Lunge sind dabei die häufigsten erstbetroffenen Organe. Die Prognose ist entsprechend oft schlecht. Die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate aller PatientInnen mit Schleimhautmelanomen liegt bei 25%, variiert jedoch in Abhängigkeit von der genauen anatomischen Lokalisation (Vulva- und Scheidenmelanome haben eine höhere 5-Jahres-Überlebensrate). Nach dem Auftreten von Lymphknotenmetastasen sinkt die 5-Jahres-Überlebensrate im Durchschnitt auf 17%.
Schleimhautmelanome werden meist spät entdeckt.
Sie sind zum Zeitpunkt ihrer ersten Feststellung häufig bereits in die Lymphknoten der Tumorregion oder sogar entlegenere Körperregionen und Organe metastasiert.
Die Prognose ist oft schlecht.
Link copied to clipboard!
Schleimhautmelanome werden meist spät entdeckt.
Sie sind zum Zeitpunkt ihrer ersten Feststellung häufig bereits in die Lymphknoten der Tumorregion metastasiert.
Die Prognose ist oft schlecht.
- REFERENZEN
- [1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. Die S3-Leitlinie wurde überarbeitet und um das neue Kapitel „Adjuvante Therapie“ ergänzt.
- Mucosal melanoma in 1481 patients in the Netherlands. An overview of metastatic patterns, main driver mutations and the efficacy of therapeutic strategies. Jutten E, Kruijff S, Oonk MHM, Lutke Holzik MF, van Leeuwen BL, Wevers KP. BJC Rep. 2026 Sep 4;4(1):44. doi: 10.1038/s44276-026-00238-6. PMID: 42697948; PMCID: PMC13545204.
INTERESSENSKONFLIKTE
Der Autor/die Autorin hat keine Interessenskonflikte angegeben.


