Medikamentöse Therapie des metastasierten Melanoms

Zuletzt aktualisiert: 08.04.2022 | Autor: Svea Hüning

Einführung

Absiedlungen von Melanomzellen (= Metastasen) in ferne Körperregionen und Organe wie Leber, Lunge oder Gehirn nennt man Fernmetastasen. Das bei Fernmetastasen vorliegende Krankheitsstadium wird als Stadium IV bezeichnet. Beim Auftreten solcher Fernmetastasen ist der Krankheitsverlauf deutlich ungünstiger als bei melanomerkrankten Personen ohne Metastasen.

Bis vor einem Jahrzehnt verstarben Menschen mit Fernmetastasen in der Regel innerhalb eines Jahres. Durch neue und bessere Behandlungsmöglichkeiten werden mittlerweile viel längere Überlebenszeiten erreicht. Bei einigen Betroffenen ist durch diese Therapien sogar ein Langzeitüberleben möglich.

In den folgenden Kapiteln sollen die bei Fernmetastasen häufig verwendeten Systemtherapien besprochen werden. Es wird grundsätzlich zwischen drei Behandlungsoptionen unterschieden:

  • Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern: (syn. Immun-Checkpoint-Inhibitoren, Antikörpertherapie) Checkpoint-Hemmer aktivieren Abwehrzellen (= T-Zellen) des körpereigenen Immunsystems, die die Krebszellen zerstören.
  • Signalweg-Hemmer (zielgerichtete Therapie, Target Therapie): Signalweg-Hemmer sind kleine Botenstoffe, die über bestimmte Signalwege Zellen steuern können. Ziel bei der Krebstherapie ist durch die Hemmung oder Aktivierung bestimmter Signalwege Krebszellen in den Zelltod zu führen.
  • Chemotherapie: Chemotherapien sollen die Zellteilung verhindern. Da sich Krebszellen in der Regel schnell teilen wirken Chemotherapien insbesondere an diesen Zellen. Es handelt sich jedoch um eine ungerichtete Therapie. Das bedeutet, dass sie nicht ausschließlich auf Krebszellen gerichtet ist, sondern auch andere sich schnell teilende gesunde Zellen angegriffen werden.

Welche Therapie in Ihrem individuellen Fall am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von dem Mutationsstatus und Vorerkrankungen. Der Mutationsstatus wird anhand vorab entnommenem Gewebe bestimmt, entweder von dem ursprünglichem Melanom (= Primärtumor) oder einer Metastase. Mutationen sind Veränderungen der Gene. Beim Melanom findet man bei fast 50 % der erkrankten Personen ein verändertes BRAF-Gen, also eine BRAF-Mutation. Bei ca. 15 % findet man außerdem eine NRAS-Mutation. Bei Melanomen an besonderen Körperregionen wie den Schleimhäuten oder den Augen gibt es noch weitere relevante Mutationen (siehe Kapitel Uvea-Melanom und Schleimhautmelanom).

Wenn in den folgenden Texten von einer "mittleren" Überlebenszeit oder einer "durchschnittlichen" Verbesserung des Überlebens gesprochen wird, muss vorab gesagt werden, dass es sich dabei um statistische Werte handelt. Diese Zahlen geben einen allgemeinen Hinweis darauf wie wirksam ein Medikament bei einer größeren Gruppe von Betroffenen ist. Es lässt keine direkten Rückschlüsse auf Ihr persönliches Ansprechen und Überleben zu.

Bei der Ausbildung von Fernmetastasen spricht man von einem Krankheitsstadium IV.
Behandlungsoptionen stellen insbesondere die Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern und die die zielgerichtete Therapie mit Signalweg-Hemmern dar.
Bei fast 50 % der Betroffenen liegt eine BRAF-Mutation vor. Eine weitere Genveränderung bei etwa 15 % der Betroffenen ist die NRAS-Mutation.
REFERENZEN

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