Behandlung des Aderhautmelanoms

Zuletzt aktualisiert: 05.05.2025 | Autor(in): Max Schlaak, Markus Heppt

Die Behandlung eines Aderhautmelanoms zielt darauf ab, den Tumor zu zerstören und das bei Diagnosestellung bereits vorhandene Risiko einer Metastasierung nicht durch weiteres Tumorwachstum zu erhöhen und, wenn möglich, das Auge und das Sehvermögen zu erhalten.

Strahlentherapie

Die Bestrahlung ist die Therapie der Wahl für die meisten Patienten/Patientinnen mit primärem Aderhautmelanom. Dabei ist das Ziel, den Tumor am Auge zu zerstören und dabei das umliegende Gewebe bestmöglich zu schonen. Es gibt verschiedene Ansätze:

Brachytherapie (Plaque-Strahlentherapie): Eine kleine Strahlenquelle wird direkt auf das Auge aufgenäht, um den Tumor gezielt zu bestrahlen. [9]

  • Vorteile: Hohe Erfolgsquote bei kleinen bis mittelgroßen Tumoren
  • Nebenwirkungen: Strahlenbedingte Nebenwirkungen am Auge, die zu einer Sehminderung führen können

Protonenstrahltherapie: Hochenergetische Protonenstrahlen zerstören gezielt den Tumor, während das umliegende Gewebe geschont wird.

  • Vorteile: Präzise Methode, mit der man Tumore jeglicher Größe und Lage behandeln kann
  • Nebenwirkungen: Strahlenbedingte Nebenwirkungen am Auge, die zu einer Sehminderung führen können

Stereotaktische Strahlentherapie (CyberKnife, Gamma Knife, LINAC): CyberKnife, Gamma Knife und LINAC nutzen fokussierte Photonenstrahlen, um den Tumor zu bestrahlen.

  • Vorteile: Neuere Methode, mit der man Tumore jeglicher Größe und Lage behandeln kann
  • Nebenwirkungen: Strahlenbedingte Nebenwirkungen am Auge, die zu einer Sehminderung führen können

Bei einer Fractionated Stereotactic Radiation Therapy (Abkürzung: fSRT) werden mehrere kleinere Strahlendosen verabreicht, was die Nebenwirkungen ggfs. reduzieren kann. Aktuell ist die Datenlage zur Behandlung am Auge bei diesem Tumor recht gering. Man geht von einer Gleichwertigkeit bzgl. der lokalen Tumorkontrolle bei allen Verfahren aus. Unklar ist, ob ein Verfahren für den Erhalt der Sehleistung nach Behandlung besser geeignet ist.[10] In Zukunft sind weitere vergleichende Studien gewünscht, um hier die optimale Behandlung für Patienten und Patientinnen zu definieren.

Ergänzende Lasertherapie (TTT): Nach der Strahlentherapie kann eine transpupilläre Thermotherapie (TTT) mittels Infrarot-Laser eingesetzt werden, um Tumorreste mit Restaktivität zu zerstören.

Operation

Lokale Tumorresektion (Endoresektion): Diese Methode wird bei großen Tumoren angewendet, um das Risiko schwerer Entzündungen durch Abbauprodukte nach der Bestrahlung zu minimieren und somit die Chance auf einen Augenerhalt nach einer Bestrahlung zu erhalten. Ziel des Eingriffs ist hier der Versuch des Augenerhalts bei guter Tumorkontrolle.[6]

  • Vorteile: Entfernung großer Tumoren, Vermeidung schwerer Entzündungen
  • Nebenwirkungen: Hohe chirurgische Komplexität, häufig Revisionsoperationen notwendig

Enukleation (Entfernung des Auges): Diese Methode wird eingesetzt, wenn der Tumor sehr groß ist oder das Auge bereits stark geschädigt wurde. Sie bietet jedoch keinen Überlebensvorteil gegenüber augenerhaltenden Behandlungsmethoden.

  • Vorteile: Sicherste Methode zur Tumorentfernung
  • Nebenwirkungen: Verlust des Auges und emotionale Belastung

Medikamentöse Therapie

Derzeit gibt es keine zugelassenen systemischen Therapien für den Primärtumor. Genetische Untersuchungen können jedoch Hinweise auf das Metastasierungsrisiko geben und zukünftige Therapieansätze beeinflussen. In klinischen Studien werden neoadjuvante und adjuvante Therapieansätze geprüft, d.h. eine medikamentöse Therapie vor der Operation (neo-adjuvant) oder im Anschluss an die Operation (adjuvant), mit dem Ziel, den Tumor augenerhaltend behandeln zu können und das Metastasierungsrisiko zu verringern.

Fazit

Die Behandlung des Aderhautmelanoms erfordert als seltene Tumorerkrankung eine komplexe und interdisziplinäre medizinische Behandlung in spezialisierten Zentren. Die guten und langjährig etablierten strahlentherapeutischen Therapien können durch moderne Maßnahmen wie Lasertherapie, durch chirurgische Eingriffe oder medikamentöse Therapien ergänzt werden. Das Ziel ist dabei immer, den Augenerhalt zu gewährleisten, das Sehvermögen zu erhalten und eine bestmögliche Tumorkontrolle zu ermöglichen. Dies gelingt in den überwiegenden Fällen.

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Die Behandlung des Aderhautmelanoms richtet sich nach der Lokalisation und Größe des Tumors.
Verschiedene Therapieoptionen zur intraokulären Tumorbehandlung stehen zur Verfügung.
  • REFERENZEN
    • [6] Bechrakis et al.: Das uveale Melanom – standardisiertes Vorgehen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Klin Monbl Augenheilkd. 2021
    • [9] Lalos F. et al. (2025). Tumor- and treatment-related complications after Ruthenium-106 brachytherapy in small to medium uveal melanomas. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.
    • [10] Erikson et al. Evaluation of ocular and systemic endpoints after radiation of posterior uveal melanoma - A systematic review and meta-analysis Heliyon. 2024 Aug 22;10(18)
INTERESSENSKONFLIKTE

 Der Autor/die Autorin hat keine Interessenskonflikte angegeben.

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