Behandlung von Aktinischen Keratosen (3): Topisch-medikamentöse Verfahren („Cremes“)

Zuletzt aktualisiert: 28.10.2021 | Autor: Markus Heppt, Theresa Steeb, Carola Berking

Diclofenac

Diclofenac ist ein anti-entzündlicher und schmerzstillender Wirkstoff, der vermutlich auch die Zellteilung hemmt. Zur äußerlichen Behandlung von AK ist Diclofenac verfügbar in einem Gel, das zweimal täglich morgens und abends über 3-4 Monate aufgetragen werden soll. Das Medikament ist sehr gut verträglich, mitunter kommt es zu örtlichen Hautreaktionen mit Rötung, Juckreiz, Ausschlag und Schmerzen. Die Behandlung mit Diclofenac erfordert Geduld und eine gute Disziplin von Seiten des Patienten, da sie über einen längeren Zeitraum angewendet werden sollte.

5-Fluorouracil

5-Fluorouracil (5-FU) ist ein Zytostatikum und hemmt die Zellteilung. Es ist in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. In einer Konzentration von 5% wird es zweimal täglich in Form einer Creme über mehrere Wochen aufgetragen. Nach 1-2 Wochen sind gewöhnlich erste Behandlungseffekte wie Rötung bis hin zu flächigen, nässenden Hautabschürfungen zu beobachten. 5-FU ist eine sehr effektive Behandlungsform. Zu den Nachteilen gehören die Nebenwirkungen in Form von örtlichen Entzündungsreaktionen. Die Creme muss über einen längeren Zeitraum aufgetragen werden (mindestens 2 bis 4 Wochen) und darf nicht ins Auge (starke Reizung) geraten. Daher hängt der Erfolg auch von der Mitarbeit des Patienten ab.

Seit 2020 ist 5-FU auch in einer niedrigeren Konzentration von 4% verfügbar. Die Creme soll einmal täglich über 4 Wochen angewendet werden. Die Wirksamkeit ist vergleichbar zur 5%igen Creme, allerdings sind die Nebenwirkungen etwas milder ausgeprägt. Ein weiterer Vorteil ist die Auftragung nur einmal täglich über 4 Wochen.

Weiterhin ist eine Kombination aus niedrigdosiertem 5-FU (Konzentration 0,5%) mit Salicylsäure 10% izur Behandlung von AK verfügbar. Hierbei verstärkt die keratolytische Wirkung (=Abschuppung von Hornzellen aus der äußersten Hautschicht) der Salicylsäure die Wirksamkeit von 5-FU. Die Häufigkeit von Behandlungsabbrüchen wegen Unverträglichkeit ist gering (<1%) und die Stärke von Nebenwirkungen bei den meisten behandelten Patienten leicht- bis mittelgradig. Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen gehören Entzündungen, Schuppung und Rötungen der behandelten Fläche, einschließlich Brennen, Schmerzen und Juckreiz. Die Lösung wird einmal täglich mit einer Art Pinsel aufgetragen bis die AK abgeheilt ist oder bis zu maximal 12 Wochen.

Imiquimod

Cremes mit dem Wirkstoff Imiquimod regen im behandelten Hautareal die örtliche Immunabwehr an: Das bedeutet, dass Entzündungszellen in die Oberhaut einwandern und hier gezielt bösartig veränderte Zellen angreifen. Die betreffenden Bereiche werden durch die Entzündungsreaktion (Rötung, Schuppung, Krusten, evtl. auch nässende offene Stellen) sichtbar. Aufgrund des Wirkmechanismus von Imiquimod ist eine Entzündung nicht zu vermeiden. Die Behandlung mit Imiquimod ist effektiv und auch einsetzbar bei Feldkanzerisierung. Diese Behandlung erfordert Geduld, da sie über einen längeren Zeitraum angewendet werden sollte. Manchmal treten grippeartige Symptome unter Behandlung mit Imiquimod auf. Es stehen zwei unterschiedliche Konzentrationen zur Verfügung (3,75% und 5%). Die Creme in der Konzentration 5% soll 4 Wochen lang jeweils dreimal wöchentlich (Beispiel: Montag, Mittwoch und Freitag) vor dem Zubettgehen aufgetragen und ca. 8 Stunden lang auf der Haut belassen werden. Danach erfolgt ein behandlungsfreier Zeitraum von 4 Wochen, in dem die Abheilung durch den Arzt beurteilt wird. Wenn noch Läsionen vorhanden sind, soll die Behandlung weitere 4 Wochen fortgesetzt werden. Die Creme in der Konzentration 3,75% soll einmal am Tag unmittelbar vor dem Zubettgehen für 2 Wochen aufgetragen werden. Danach erfolgt eine behandlungsfreie Pause von 2 Wochen. Daraufhin wird die Creme erneut einmal am Tag für 2 Wochen aufgetragen.

Tirbanibulin

Seit Juli 2021 steht mit dem Spindelgift Tirbanibulin eine weitere Alternative zur Behandlung von AK im Gesicht oder auf der Kopfhaut zur Verfügung. Tirbanibulin wird als Salbe an 5 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich auf das zu behandelnde Areal von maximal 25 cm² Größe in dünner Schicht aufgetragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautrötungen und Schuppung sowie leicht- bis mittelgradiger, vorübergehender Juckreiz oder Schmerzen an der Applikationsstelle. Ein Vorteil dieses Präparats ist die kurze Auftragungsdauer von 5 Tagen.

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