Behandlung von Aktinischen Keratosen (4): Photodynamische Therapie

Zuletzt aktualisiert: 08.02.2021 | Autor: Markus Heppt, Theresa Steeb, Carola Berking

Die photodynamische Therapie (PDT) basiert auf einer chemischen Reaktion eines Photosensibilisators (wirkstoffhaltige Creme), der von den Hautzellen aufgenommen wird und im Anschluss durch Licht aktiviert wird. Hierbei werden präkanzeröse Zellen selektiv abgetötet.

Ablauf einer photodynamischen Therapie

Konventionelle photodynamische Therapie mit Rotlicht

Zunächst wird durch eine Kürettage, also vorsichtiges Abtragen, oder andere Methoden eine überschüssige Verhornung entfernt. Dadurch kann die wirkstoffhaltige Creme (=Photosensibilisator) besser in die Haut eindringen. Auf die betroffene Haut wird dann die wirkstoffhaltige Creme aufgetragen. Manchmal wird auch ein Pflaster aufgeklebt, welches den Wirkstoff enthält. Der Photosensibilisator wird selektiv von den präkanzerösen Zellen aufgenommen und dort umgewandelt, wodurch die betreffenden Zellen sehr lichtempfindlich werden. Die eingecremten Stellen werden mit einer Folie bedeckt und vor Licht geschützt, normalerweise für 3 Stunden. Nach der Einwirkzeit wird die überschüssige Creme entfernt. Im Anschluss erfolgt eine Belichtung mit einer Lampe, welche kaltes Rotlicht für 7 bis 12 Minuten (Standardprotokoll) ausstrahlt. Diese Beleuchtung führt zu einer gezielten Zerstörung der Krebszellen. Innerhalb weniger Tage und Wochen werden die Krebszellen abgestoßen und durch gesunde Zellen ersetzt.

Bei den meisten Patienten treten während der Belichtung örtlich Missempfindungen und Schmerzen auf. Durch schmerzlindernde Medikation, Kühlung oder örtliche Betäubung können diese Schmerzen verringert werden. Außerdem verursacht die PDT lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung, Pusteln, Abschürfung und Verkrustung. Zu den Vorteilen gehört, dass die PDT sofort wirkt, sehr effektiv ist und ein hervorragendes ästhetisches Ergebnis erzielt. Außerdem sind nur ein oder zwei Behandlungen notwendig.

Photodynamische Therapie mit Tageslicht

Die PDT kann anstelle von Rotlicht auch mit Tageslicht durchgeführt werden: Ungefähr 15 Minuten vor der Behandlung wird zum Schutz vor UV-Strahlung ein chemischer Sonnenschutzfilter auf die Haut aufgetragen. Im Anschluss daran werden die zu behandelnden Stellen angeraut und der Photosensibilisator wird dünn auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen. Innerhalb von 30 Minuten nach Auftragen soll sich der Patient für 2 Stunden dem Tageslicht aussetzen, vorzugsweise in der Sonne oder im Halbschatten. Nach 2 Stunden werden die Reste der Creme entfernt.

Die PDT mit Tageslicht kann nur bei geeigneten Wetterbedingungen durchgeführt werden (April-September, Außentemperatur >10°C, wolkenlos bis bedeckter Himmel, kein Regen). Allerdings gibt es auch Tageslicht-Lampen für den Innenraum, die Sonnenlicht simulieren. Die Vor- und Nachteile sind weitgehend identisch mit der konventionellen PDT, allerdings wird die Tageslicht-PDT als deutlich weniger schmerzhaft wahrgenommen.

Verschiedene ablative und topisch-medikamentöse Verfahren sowie die PDT stehen zur wirkungsvollen Behandlung von AK zu Verfügung.
Alle Therapieformen haben Vor- und Nachteile und sollten individuell mit Ihrem behandelnden Hautarzt ausgewählt werden.
REFERENZEN

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