Aktinische Keratosen

Zuletzt aktualisiert: 21.05.2021 | Autor: Markus Heppt, Theresa Steeb, Carola Berking

Was sind aktinische Keratosen?

Aktinische Keratosen (AK) sind häufige Veränderungen der älteren Haut, die meistens infolge einer langjährigen Einwirkung von Sonnenstrahlung entstehen. Sie werden auch als solare Keratosen, senile Keratosen oder Lichtkeratosen bezeichnet. Es handelt sich dabei um Hautkrebsvorstufen, auch wenn sie nicht zwangsläufig in einen manifesten Hautkrebs übergehen müssen. AK zeigen sich als rötliche, manchmal auch gelbliche oder bräunliche Flecken mit einer rauen, schuppigen Oberfläche (wie Schmirgelpapier) der Haut.

Enstehung

AK entstehen durch langjährige ultraviolette (UV-) Strahlung der Sonne und treten vorwiegend an den Sonnenterrassen hellhäutiger Haut auf. Zu den Sonnenterassen gehören die unbehaarte Kopfhaut, Stirn, Ohrmuscheln, Unterlippe, der Nasenrücken, Handrücken sowie das Dekolleté.

Häufigkeit

AK treten bei älteren Erwachsenen mit heller Hautfarbe auf und sind häufiger bei Männern als bei Frauen. In Deutschland betrifft die Erkrankung über 10% aller 60- bis 70-Jährigen, aber vermutlich liegt dieser Anteil deutlich höher. Insgesamt gehen Schätzungen davon aus, dass in Deutschland 1,5 bis 2,2 Millionen Menschen an AK leiden. Die Erkrankungsrate steigt.

Was bedeutet Feldkanzerisierung?

Von einer Feldkanzerisierung spricht man bei einer flächigen Schädigung der Haut mit Krebs oder Krebsvorstufen. Ein ganzes „Feld“ ist also betroffen. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von AK in einem bestimmten Areal bzw. Feld dicht nebeneinanderliegen oder dass sich einzelne AK nicht mehr voneinander abgrenzen lassen.

Risiko

Wer sich über viele Jahre einer intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt hat, hat ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von AK. Hierfür ist die sogenannte Lebenszeitdosis an UV-Strahlung ausschlaggebend, die angibt, wie viele Stunden die Haut insgesamt bislang der Sonne ausgesetzt war. Das Risiko an AK zu erkranken steigt ab dem 50. Lebensjahr.

Zu den weiteren Risikofaktoren gehören:

  • Geschlecht: In Europa entwickeln 15 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen AK.
  • Geschwächtes Immunsystem: Speziell gefährdet sind Patienten, die zur Unterdrückung des Immunsystems langfristig Medikamente einnehmen müssen wie beispielsweise Organtransplantatempfänger.
  • Angeborene klinische Syndrome: Es gibt eine genetisch bedingte erhöhte Anfälligkeit Hautkrebs zu entwickeln, wie zum Beispiel beim Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit).
  • Hauttyp und Haarfarbe: Sehr hellhäutige Menschen mit blonden oder rötlichen Haaren neigen schneller zu Sonnenbrand und bekommen häufiger Hautkrebs.
  • Lange Aufenthalte in der Sonne: Es gibt Menschen, die sich beruflich oder durch ihre Freizeitaktivitäten bedingt über viele Jahre vermehrt dem direktem Sonnenlicht aussetzen.

Aktinische Keratosen als Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms

AK sind auf die Oberhaut beschränkt und können mitunter auch von selbst ohne medizinische Behandlung zurückgehen. Sie können sich allerdings auch in einen manifesten Hautkrebs entwickeln und in die Lederhaut einwachsen. Wenn dies geschieht, spricht man von einem Plattenepithelkarzinom der Haut. Da AK potenzielle Vorstufen von hellem Hautkrebs sind und es nicht möglich ist vorherzusagen, welche sich zu einem invasiven Hautkrebs entwickeln, sollten alle AK frühzeitig und konsequent behandelt werden. Schätzungen zufolge beträgt das Risiko für eine Entwicklung einer einzelnen AK zu einem invasiven Hautkrebs pro Jahr zwischen 0,025% bis zu 16%.

Diagnostik

Die Diagnose einer AK erfolgt durch die Untersuchung des Arztes mit dem bloßen Auge. Zusätzlich tastet der Arzt häufig die verdächtigen Stellen ab: Vor allem AK im Frühstadium sind häufig besser tastbar als sichtbar. Eine Untersuchung mit Hilfe des Dermatoskops, einer speziellen beleuchteten Lupe, kann den Arzt darüber hinaus in der Diagnose unterstützen und andere Hauttumore ausschließen. In unklaren Fällen wird eine Gewebeprobe entnommen, die mikroskopisch untersucht wird.

Prävention

Zu diesem Thema verweisen wir auf das Kapitel Prävention von Hautkrebs. Zur Vorbeugung neu auftretender AK für spezielle Risikogruppen, wie beispielsweiße Organtransplantatempfänger, stellt die Chemoprävention eine Möglichkeit dar. Hierunter versteht man die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, wie z.B. Acitretin oder Nicotinamid. Die photodynamische Therapie kann ebenfalls zur Prävention eingesetzt werden.

Behandlung

Welche Therapie in Ihrem individuellen Fall am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihr betreuender Arzt wird diese Aspekte mit Ihnen gemeinsam besprechen und auch Ihre Wünsche berücksichtigen. Zur Behandlung stehen zahlreiche verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach Art, Lokalisation, Größe und Anzahl der AK sowie je nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten angewendet werden. Nahezu immer handelt es sich um ambulante Behandlungen. In den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Behandlungsoptionen beschrieben.

AK sind häufig, entstehen durch langjährige Sonneneinstrahlung und treten vorwiegend an den Sonnenterrassen der Haut auf.
AK sind mögliche Vorstufen des hellen Hautkrebses und können in ein Plattenepithelkarzinom der Haut übergehen.
Es gibt eine Vielzahl an effektiven Behandlungsmöglichkeiten.
REFERENZEN

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