Wächterlymphknoten

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2022 | Autor: Thomas Eigentler

Was ist ein Wächterlymphknoten?

Krebszellen können sich über die Lymphe in den Lymphbahnen im Körper ausbreiten. Die Lymphe ist wie das Blut eine Körperflüssigkeit. Sie sammelt sich in Lymphknoten und wird dort gefiltert und wieder abgegeben. Das Lymphsystem reguliert einerseits die Flüssigkeit in den Geweben des Körpers, andererseits gehört es zum Immunsystem.

Lymphknoten finden sich im ganzen Körper. Sie sind 5 bis 20 mm groß und von einer Kapsel umgeben. Wenn ein Lymphknoten verdickt ist, kann das darauf hindeuten, dass der Körper eine Infektion, Entzündung oder fehlerhafte Körperzellen bekämpft.

Ein Wächterlymphknoten ist der Knoten, der von einem Tumor aus im Abflussgebiet der Lymphe am nächsten liegt. Wenn ein Tumor Metastasen bildet, wird der Wächterlymphknoten meist zuerst befallen. Findet man dort keine Krebszellen, kann man also davon ausgehen, dass der Tumor wahrscheinlich noch nicht gestreut hat. Um das Stadium des Melanoms beurteilen zu können, kann also eine Untersuchung der Wächterlymphknoten hilfreich sein. Fachleute bezeichnen den Wächterlymphknoten auch als Sentinellymphknoten.

  • Wann der Wächterlymphknoten entnommen werden soll

    Grundsätzlich gilt: Je dicker das Melanom, desto wahrscheinlicher ist der Wächterlymphknoten befallen, und desto ungünstiger ist der Krankheitsverlauf. Wenn nicht bereits aus anderen Untersuchungen nahe oder ferne Metastasen bekannt sind, soll der Arzt ab einer Tumordicke von 1 mm den Wächterlymphknoten entnehmen und im Labor untersuchen lassen. Manchmal sollte das Operationsteam den Wächterlymphknoten bereits ab einer Tumordicke von nur 0,75 mm entnehmen.

    Dies ist der Fall, wenn:

    • der Krebs ulzeriert ist (, d.h. einen Substanzdefekt hat);
    • Sie jünger als 40 Jahre sind;
    • sich der Krebs besonders häufig teilt, vermutlich also schnell wächst (hohe Mitoserate).

    Obwohl die Untersuchung des Wächterlymphknotens wichtig ist, ist sie nicht grundsätzlich bei jedem Melanom angebracht. Sie muss wohlüberlegt sein, da der Eingriff eine kleine Operation in örtlicher Betäubung ist. Bei etwa jedem zehnten Operierten treten leichtere Komplikationen auf wie Infektionen der Wunde, Blutergüsse (Hämatom) und Ansammlungen von Wundflüssigkeit (Serom). In seltenen Fällen kommt es zu schweren Komplikationen, zum Beispiel Schäden an den Nerven.

  • Wie der Wächterlymphknoten entnommen werden soll

    Um den Wächterlymphknoten entnehmen zu können, muss er zunächst gefunden werden. Dazu sollte die Ärztin oder der Arzt eine Flüssigkeit mit radioaktiv markierten Teilchen in die Haut spritzen, die sich im Wächterlymphknoten anreichern. Manchmal wird zusätzlich ein Farbstoff zum Markieren verwendet. Wenn sich mehrere Lymphknoten markieren und sich keiner von den anderen eindeutig abgrenzt, entnimmt der Arzt alle markierten Lymphknoten.

  • Aufbereiten und Beurteilen des Wächterlymphknotens

    Genaue Informationen über den Wächterlymphknoten sind wichtig, da sich danach das weitere Vorgehen richtet. Im Labor soll daher ein erfahrener Gewebespezialist, ein sogenannter Histopathologe, nach einem ganz bestimmten Verfahren den Wächterlymphknoten untersuchen. Standardisierte Verfahren legen fest, wie der Lymphknoten geschnitten und gefärbt werden soll. Die Histopathologin oder der Histopathologe sollen feststellen,

    • ob im Lymphknoten Pigmentzellen oder Melanomzellen vorliegen;
    • falls Melanomzellen vorhanden sind: wie diese aussehen und wie der größte Durchmesser ist.

    Allgemein gilt: Die Krankheit verläuft umso günstiger, je weniger Melanomzellen sich im Wächterlymphknoten finden.

  • Weiteres Vorgehen nach der Untersuchung des Wächterlymphknotens

    Der Arzt soll Ihnen vorbeugend keine weiteren Lymphknoten entnehmen, wenn bei der Entfernung des Wächterlymphknotens keine Metastasen gefunden wurden. Aussagekräftige Studien haben gezeigt, dass Erkrankte genauso lange überleben, wenn die Lymphknoten erst bei nachgewiesenem Befall mit Metastasen entfernt werden. Ohne den Nachweis von Metastasen soll demnach nur das Melanom entfernt werden.

    Schlagwörter: Lymphknoten, Metastasen, Wächterlymphknoten

Wenn ein Tumor Metastasen bildet, wird der Wächterlymphknoten meist zuerst befallen.
Je dicker das Melanom, desto wahrscheinlicher ist der Wächterlymphknoten befallen und desto ungünstiger ist der Krankheitsverlauf.
Die Krankheit verläuft umso günstiger, je weniger Melanomzellen sich im Wächterlymphknoten finden.

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