Zielgerichtete Therapie

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2022 | Autor: Svea Hüning

Bei ungefähr der Hälfte aller Patienten mit schwarzem Hautkrebs (= malignem Melanom) liegt eine BRAF-Mutation vor. Das BRAF-Protein ist Bestandteil eines Signalweges, der am normalen Wachstum und Überleben von Zellen beteiligt ist. Eine Mutation des BRAF-Proteins bewirkt, dass dieser Signalweg überaktiv wird und es zu unkontrolliertem Wachstum der Melanomzellen kommt. Signalweg-Hemmer sind Medikamente, durch welche zielgerichtet der Tumor behandelt werden kann (wie bei einem Schlüssel-Schloss-Prinzip).

Durch die Einnahme von BRAF-Hemmern konnte eine deutliche Verbesserung des Überlebens gegenüber der Behandlung mit einer Chemotherapie gezeigt werden. Bedauerlicherweise waren die Erfolge durch eine alleinige Behandlung mit BRAF-Hemmern oft nur sehr kurzlebig, da sich Resistenzen gegen die Medikamente entwickelten und sie infolge nicht mehr wirkten. Um Resistenzen entgegenzuwirken werden heutzutage BRAF-Hemmer in der Regel mit MEK-Hemmern kombiniert. MEK-Hemmer sind wie die BRAF-Hemmer Botenstoffe, die den gleichen Signalweg, jedoch an einer anderen Stelle blockieren. Die Kombination von BRAF- und MEK-Hemmern ist der Einzeltherapie mit BRAF-Hemmern im Gesamtüberleben und der Entwicklung von Resistenzen überlegen. Dabei ist die Rate an Nebenwirkungen nicht erhöht.

Es werden drei Präparatkombinationen von BRAF- und MEK-Hemmern eingesetzt:

  • Vemurafenib + Cobimetinib
  • Dabrafenib + Trametinib
  • Encorafenib + Binimetinib

Die Wirkungen der drei Kombinationen scheinen ähnlich gut zu sein. Ein Studie, welche die drei Kombinationen direkt miteinander vergleicht, liegt bislang nicht vor. Die Einnahme aller BRAF-/MEK-Hemmer erfolgt in Tablettenform. Die Nebenwirkungen unterscheiden sich leicht zwischen den verschiedenen Präparaten. So kommt es unter der Therapie mit Vemurafenib und Combimetinib zum Beispiel häufiger zu einer Lichtempfindlichkeit und Hautveränderungen, während eine sehr häufige Nebenwirkung von Dabrafenib und Trametinib Fieber darstellt. Die Nebenwirkungen sind in der Regel gut kontrollierbar und meist nach einer Pausierung der Behandlung rückläufig.

Sehr selten liegt bei Melanompatienten eine c-KIT-Mutation vor. Insbesondere ist diese Mutation bei Patienten mit akral-lentiginösen und Schleimhautmelanomen nachweisbar. Auch in diesem Fall kann eine Therapie mit einem Signalweg-Hemmer zum Einsatz kommen (siehe Kapitel Schleimhautmelanome).

Liegt bei Ihnen eine BRAF-Mutation vor, stehen Ihnen somit sowohl die Behandlung mit einer Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern (siehe Kapitel Medikamentöse Therapie des metastasierten Melanoms, Stadium IV - Immuntherapie) als auch eine zielgerichtete Therapie mit BRAF- und MEK-Hemmern zur Verfügung.

Welche Therapie bei Ihnen zum Einsatz kommt muss individuell entschieden werden.

Bei Patienten mit einer BRAF-Mutation kann eine zielgerichtete Therapie mit BRAF-/MEK-Hemmern verwendet werden.
Es gibt drei verschiedene Präparatekombinationen von BRAF-/MEK-Hemmern.
Es handelt sich um eine Tablettentherapie.
REFERENZEN

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