Immuntherapie

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2022 | Autor: Svea Hüning

Bei der Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern sollen Abwehrzellen (= T-Zellen) des körpereigenen Immunsystems (wieder) aktiviert werden, die die Krebszellen zerstören. Häufige Nebenwirkungen sind daher auf überschießende Reaktionen des Immunsystems zurück zu führen, ähnlich wie bei einer klassischen Autoimmunkrankheit. Insbesondere sind von dieser überschießenden Aktivierung des Immunsystems der Magen-Darm-Trakt, das Hormonsystem, die Haut und die Leber betroffen. Die Medikamente werden über die Vene in unterschiedlichen zeitlichen Abständen verabreicht, abhängig vom Wirkstoff und der Verträglichkeit.

In Deutschland stehen als Checkpoint-Hemmer die beiden PD-1-Antikörper Nivolumab und Pembrolizumab, sowie der CTLA4-Antikörper Ipilimumab, zur Verfügung. Es ist möglich die Wirkstoffe einzeln anzuwenden oder den CTLA4-Antikörper Ipilimumab mit dem PD-1-Antikörper Nivolumab zu kombinieren.

  • CTLA4-Antikörper

    Ipilimumab war der erste für den schwarzen Hautkrebs (= malignes Melanom) zugelassene Checkpoint-Hemmer. Nach fünf Jahren leben ungefähr 20 von 100 Erkrankten nach der Behandlung mit Ipilimumab. Es konnte gezeigt werden, dass Patienten, die länger als 3 Jahre nach der Behandlung leben, nur noch sehr selten an den Folgen des Melanoms sterben, sodass von Langzeitüberlebenden gesprochen wird. Die Anwendung von Ipilimumab in der Therapie des malignen Melanoms war ein bedeutender Meilenstein. Dennoch wird heutzutage eine Therapie mit Ipilimumab allein kaum noch angewendet.

  • PD-1-Antikörper

    Die beiden PD-1-Antikörper Nivolumab und Pembrolizumab zeigen vergleichbar gute Therapieergebnisse bei ähnlichen Nebenwirkungen. Da die alleinige Therapie (= Monotherapie) mit einem PD-1-Antikörper der alleinigen Therapie mit Ipilimumab in der Wirksamkeit überlegen ist und es zu weniger schweren Nebenwirkungen kommt, werden sie als Einzeltherapie gegenüber Ipilimumab vorgezogen.

  • CTLA4- + PD1-Antikörper

    Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Kombination eines PD-1-Antikörpers (Nivolumab) mit dem CTLA4-Antikörper Ipilimumab dar. Unter dieser Therapie leben nach 5 Jahren noch über 50 von 100 Patienten. Diese Therapie scheint damit sowohl der Monotherapie mit einem CTLA4-Antikörper als auch der Monotherapie mit einem PD-1-Antikörper überlegen zu sein. Zu beachten ist jedoch, dass es zu einem deutlichen Anstieg der schweren Nebenwirkungen kommt.

Als Immuntherapie mit Checkpoint-Hemmern stehen die beiden PD-1-Antikörper Nivolumab und Pembrolizumab sowie der CTLA4-Antikörper Ipilimumab zur Verfügung.
Es wird empfohlen die PD-1-Antikörper einzeln anzuwenden oder den CTLA4-Antikörper Ipilimumab mit dem PD-1-Antikörper Nivolumab zu kombinieren.
Die Therapie wird als Infusion über die Vene verabreicht.
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