
Nachsorge beim Aderhautmelanom
Zuletzt aktualisiert: 14.04.2026 | Autor(in): Max Schlaak, Markus Heppt
Bedeutung der Risikogruppen für die Nachsorge
Die Nachsorge hat das Ziel, Lokalrezidive im Auge zu erkennen und möglichst frühzeitig eine Absiedelung in Organe festzustellen. Da das Aderhautmelanom sehr häufig (> 90 %) in die Leber metastasiert und die Leber meist das erste betroffene Organ ist, ist die Untersuchung dieses Organs von besonderer Bedeutung.
Alle Patienten sollten unabhängig vom Risikoprofil nachgesorgt werden. Die Häufigkeit und auch die Art der Nachsorge kann dabei je nach Risikoprofil anders aussehen. Während bei niedrigem Risiko ein halbjährlicher Ultraschall der Leber ausreichend sein kann, wird Patienten mit hohem Metastasierungsrisiko eine engmaschigere Nachsorge, z.B. alle 3 Monate angeboten.
Optional sind die Bestimmung der Leberwerte (LDH, GOT, GPT, Gamma-GT, Bilirubin, alkalische Phosphatase). Findet sich ein auffälliger Befund ist eine Bildgebung der Leber mittels MRT erforderlich. Unklar ist derzeit, wie lange eine Nachsorge durchgeführt werden sollte. Da Krankheitsrückfälle am häufigsten in den ersten fünf Jahren nach der Erstdiagnose auftreten, sollte die engmaschige Nachsorge mindestens in diesem Zeitraum erfolgen. Danach ist dieses individuell festzulegen.
Beispiel für ein Nachsorgeschema
Augenärztliche Nachsorge

Diese Nachsorgeintervalle können von dem erfahrene/n Augenarzt/-ärztin abhängig vom klinischen Befund angepasst bzw. verkürzt werden. Für kleine und mittlere Tumoren ist eine Nachsorge für eine Streuungssuche (Metastasenfindung) wie folgt empfohlen:
Für große Tumoren (ab St. III) ist eine Nachsorge wie folgt empfohlen:
Diese Nachsorgeintervalle können von dem tumorerfahrenen versorgenden Arzt/Ärztin abhängig vom klinischen Befund angepasst bzw. verkürzt werden. Generell gilt, dass nur sinnhafte Nachsorgekontrolltermine angesetzt werden sollen, da ein unnötiger Kontrolltermin durchaus negative Effekte auf die Lebensqualität des/der Patienten/in hat. Der/Die behandelnde Arzt/Ärztin sollte daher die Kontrollintervalle mit dem/der Patienten/in abstimmen.
Die Nachsorge für Patienten und Patientinnen mit Aderhautmelanom ist noch nicht einheitlich geregelt.
Es sollte versucht werden, die Nachsorge am individuellen Risikoprofil des Aderhautmelanoms auszurichten. Leider ist das individuelle Risikoprofil nicht immer bekannt. Patienten bzw. Patientinnen mit einem hohen Risiko, (z.B. genetische Veränderungen, Tumorgröße) Metastasen zu bilden, sollten nach Möglichkeit häufiger kontrolliert werden. Nach Diagnose und Therapie des Primärtumors sollten alle Patienten eine regelmäßige Nachsorge erhalten, auch wenn die Dauer und Häufigkeit der Untersuchungen nicht standardisiert ist.
Als Kontrolluntersuchungen werden empfohlen:
- Abfrage von Allgemeinsymptomen
- Körperliche Untersuchung und Ganzkörperinspektion
- Bestimmung der Leberwerte alle 3-6 Monate
- Sonografische (Ultraschall-basierte) Kontrollen der Leber alle 3-6 Monate
- Augenärztliche Kontrolluntersuchungen
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Die Nachsorge nach einer Behandlung des Aderhautmelanoms sollte sich an dem Risikoprofil orientieren.
Insbesondere Kontrollen der Leber sind wichtig.
- REFERENZEN
- [6] Bechrakis et al.: Das uveale Melanom – standardisiertes Vorgehen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Klin Monbl Augenheilkd. 2021
INTERESSENSKONFLIKTE
Der Autor/die Autorin hat keine Interessenskonflikte angegeben.


