Viele Aha-Momente im Webinar mit Dr. Inga-Marie Hübner

Unser Thema: Hautkrebsprävention und Klimawandel

Dr. Inga-Marie Hübner, wissenschaftliche Referentin bei der "Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention", hat uns im Webinar am 6. Mai 2024 wichtige Einblicke in das Thema "Hautkrebsprävention und Klimawandel" gegeben. Hier haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Hautkrebs und UV-Strahlung

Hautkrebs ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die häufigste Krebsart. Die Zahl der Hautkrebsdiagnosen steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Ursachen sind demografische Entwicklungen, verbesserte Früherkennung und Diagnostik sowie die klimawandelbedingte Veränderung der UV-Belastung.

UV-Strahlung, die von der Sonne und künstlichen Quellen wie Solarien ausgeht, ist der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. UVA- und UVB-Strahlung sind besonders gefährlich. UV-Strahlung kann als ähnlich krebserregend eingestuft werden wie Asbest oder Tabak.

Klimawandel und UV-Belastung

Durch den Klimawandel steigt die UV-Belastung stetig an. Frau Dr. Hübner nennt dafür drei Hauptfaktoren:

  1. Änderung der Bewölkung - weniger Wolken bedeuten mehr Sonnenscheindauer.
  2. Änderung des Aerosolgehalts - weniger Luftverschmutzung führt zu höherer UV-Belastung.
  3. Reflexionsvermögen des Bodens - Veränderungen, wie das Schmelzen des Polareises, erhöhen die UV-Strahlung.

Zusätzlich treten vermehrt "Niedrig-Ozon-Ereignisse" auf, die kurzfristig die UV-Strahlung stark erhöhen. Diese Ereignisse kommen zudem meist im Frühjahr vor, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist.

Präventionsstrategien

Damit wir in Zukunft einen weiteren Anstieg der Hautkrebsfälle vermeiden, ist eine Förderung des UV-Schutzverhaltens in der Bevölkerung dringend notwendig.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • UV-Index überprüfen: Der UV-Index gibt an, wie stark die UV-Belastung an einem Tag ist. Du findest diese Information in Wetter-Apps.
  • Schatten aufsuchen: Besonders in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr solltest Du direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
  • Schützende Kleidung tragen: Lange, lockere Kleidung, ein Hut und eine Sonnenbrille bieten guten Schutz.
  • Sonnenschutzmittel verwenden: Trage Sonnencreme mit mindestens LSF 50+ auf unbedeckte Hautstellen auf. Achte auf das UVA-Logo. Verwende reichlich Creme und creme regelmäßig nach, besonders nach dem Schwitzen oder Baden.
  • Solarien meiden: Sie erhöhen das Hautkrebsrisiko erheblich.

Auch die Schaffung schützender Verhältnisse ist ein wichtiger Punkt und sollte unbedingt stärker in den Fokus rücken.

In Kitas und Schulen fehlen oft ausreichend Schattenplätze. Es sollten strukturelle Anpassungen wie Sonnensegel und Bäume geplant werden. Während in den meisten Kindergärten darauf geachtet wird, dass die Kinder im Schatten spielen, sieht es an Grundschulen nicht so gut aus. In der Regel finden wir wenig beschattete Schulhöfe, viel Asphaltfläche und kaum Bäume.

An bestimmten Arbeitsplätzen ist ebenfalls auf UV-Schutz zu achten. Für Menschen, die viel im Freien arbeiten, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Ein wichtiger Aspekt, der noch zu wenig genutzt wird, sind Maßnahmen im Rahmen des Städtebaus. UV-Schutz sollte in städtebauliche Planungen integriert werden. Begrünung kann sowohl Hitzeschutz als auch UV-Schutz bieten.

Zusammenfassung

Der Klimawandel erhöht die UV-Belastung und damit das Risiko für Hautkrebs. Präventionsmaßnahmen wie das Überprüfen des UV-Indexes, das Tragen schützender Kleidung und die Anwendung von Sonnencreme sind entscheidend. Auch strukturelle Maßnahmen in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz sind wichtig. Hautkrebsprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte langfristig und nachhaltig verankert werden.

Die Aufzeichnung steht weiterhin auf unserer Facebook Seite und auf unserem Youtube-Kanal zum Nachschauen bereit. Bleib gesund und achte auf Deine Haut!

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