MONOTHERAPIE UND KOMBITHERAPIE IM VERGLEICH

Schritt 4 von 9

    Studienergebnisse als Entscheidungsgrundlage

    Damit Sie die beiden Möglichkeiten „Monotherapie“ und „Kombitherapie“ miteinander vergleichen können, stellen wir Ihnen Zahlen aus einer wissenschaftlichen Studie vor. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Medikamente der Immuntherapie noch neu sind und die Nachbeobachtungszeiten aus aktuellen Studien somit nicht sehr lang sind.

    Wir stellen Ihnen daher die Zahlen der bisher größten Studie vor, in der seit 2013 945 Patienten über 6,5 Jahre in 21 Ländern beobachtet wurden (Stand 2022)1,2. Diese Patienten hatten alle ein metastasiertes Melanom und bekamen alle eine Immuntherapie.

    Es wurden zwei Patientengruppen beobachtet. Eine Gruppe bekam die Monotherapie mit einem Wirkstoff. Die andere Gruppe bekam die Kombitherapie mit zwei Wirkstoffen.

    Schauen Sie sich in der ersten Grafik an, welchen Effekt die Immuntherapie auf den Tumor gezeigt hat. Dieser Effekt, das sogenannte Tumoransprechen, wird mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, z.B. der CT- oder der MRT-Schnittbildgebung überprüft.

    Diese Zahlen zeigen, dass die Kombinationstherapie zunächst bei mehr Patienten anspricht.

    Das kann für Patienten mit starken Symptomen (z.B. Schmerzen) wichtig sein, da die Symptome bei einem Ansprechen der Therapie zunächst abnehmen.

    Allerdings ist bei diesen Zahlen zu bedenken, dass sie nicht widerspiegeln, wie lange das Wachstum des Tumors aufgehalten wurde.

    Daher stellen wir Ihnen noch weitere Zahlen aus derselben Studie vor. In der folgenden Grafik sehen Sie, bei wie vielen Patienten der Tumor über den gesamten Beobachtungszeitraum von 6,5 Jahren nicht weiter gewachsen ist.

    Die Beobachtung der Patienten über 6,5 Jahre zeigt: Bei 5 von 100 Patienten wirkt die Kombitherapie, wohingegen die Monotherapie keine Wirkung zeigt.

    Schauen Sie sich in der nächsten Grafik an, wie sich die Häufigkeit von Nebenwirkungen zwischen den beiden Behandlungsoptionen unterscheidet.

    Diese Zahlen zeigen, dass unter der Kombitherapie mehr als die Hälfte der Patienten starke Nebenwirkungen bekommen. Im Vergleich dazu bekommen bei der Monotherapie weniger als ein Viertel der Patienten starke Nebenwirkungen.

    • Mehr zu: Nebenwirkungen als Todesursache

      Sehr selten können die Nebenwirkungen so schwer sein, dass sie lebensbedrohlich sind und tödlich verlaufen können. In der hier genannten Studie sind zwei von 314 Patienten an den Nebenwirkungen der Kombitherapie gestorben. Unter Monotherapie war es ein Patient von 316 Patienten. Damit ist das Risiko einer lebensbedrohlichen Nebenwirkung zwar klein, aber es ist von Bedeutung, dass Sie um dieses Risiko wissen. Eine rasche Behandlung Ihrer Nebenwirkung ist wichtig, damit diese sich schnell zurückbildet. Sie werden deshalb insbesondere zu Beginn der Behandlung engmaschig überwacht.

    Immuntherapie bei Hirnmetastasen

    Erste klinische Studien weisen darauf hin, dass bei Patienten mit Hirnmetastasen die Kombitherapie deutlich besser wirkt als die Monotherapie. Die Kombitherapie wird Patienten mit Hirnmetastasen daher besonders empfohlen3,4.

    Zusammengefasst kann man sagen:

    Da Immuntherapie-Patienten in der vorgestellten Studie bisher nur für 6,5 Jahre beobachtet wurden, weiß man noch nicht, ob eine langfristige Heilung durch die Immuntherapie erreicht werden kann. Die bisherigen Zahlen legen aber nahe, dass etwa die Hälfte der Patienten langfristig von der Immuntherapie profitiert.

    Eine Behandlung mit der Kombitherapie ist zwar etwas erfolgsversprechender als eine Behandlung mit der Monotherapie. Allerdings bekommen Patienten unter Kombitherapie deutlich häufiger starke Nebenwirkungen.

    Mehr zu möglichen Nebenwirkungen und deren Behandlung erfahren Sie auf der nächsten Seite in der Entscheidungshilfe.

    • Quellen
      1. Larkin, J., Chiarion-Sileni, V., Gonzalez, R., Grob, J.-J., Rutkowski, P., Lao, C.D., et al. Five-year survival with combined nivolumab and ipilimumab in advanced melanoma. New England Journal of Medicine 381, 1535-1546 (2019).
      2. Wolchok, J.D., Chiarion-Sileni, V., Gonzalez, R., Grob, J.J., Rutkowski, P., Lao, C.D., et al. Long-Term Outcomes With Nivolumab Plus Ipilimumab or Nivolumab Alone Versus Ipilimumab in Patients With Advanced Melanoma. J Clin Oncol 40, 127-137 (2022).
      3. Long, G.V., Atkinson, V., Lo, S., Guminski, A.D., Sandhu, S.K., Brown, M.P., et al. Five-year overall survival from the anti-PD1 brain collaboration (ABC Study): Randomized phase 2 study of nivolumab (nivo) or nivo+ipilimumab (ipi) in patients (pts) with melanoma brain metastases (mets). Journal of Clinical Oncology 39, 9508-9508 (2021).
      4. Di Giacomo, A.M. & Maio, M. Nivolumab plus ipilimumab in melanoma brain metastases. The Lancet Oncology 23, e53 (2022).
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