Adjuvante Immuntherapie: Wirkweise und Ablauf

Schritt 4 von 9

    Wie wirkt die Immuntherapie?

    Unser Immunsystem kann Krebszellen erkennen und bekämpfen.
    Dafür sind bestimmte Abwehrzellen zuständig, sogenannte T-Zellen.

    Krebszellen können das Immunsystem jedoch ausbremsen, indem sie bestimmte „Brems-Signale“ (sogenannte Immuncheckpoints) nutzen. Dadurch werden die Abwehrzellen weniger aktiv und erkennen die Krebszellen schlechter.
    Die Immuntherapie setzt genau hier an:

    • Sie löst diese Bremse (indem sie die Immuncheckpoints blockiert)
    • Dadurch werden die Abwehrzellen wieder aktiver
    • und können Krebszellen besser erkennen und angreifen

    Diese Medikamente heißen Immuncheckpointblocker oder nach dem Immuncheckpoint, den sie hemmen auch „PD-1-Hemmer“.

    Falls Sie den Wirkmechanismus genauer verstehen möchten, können Sie sich das folgende Video anschauen.

    Da das Immunsystem insgesamt aktiviert wird, kann es sein, dass nicht nur der Krebs, sondern auch gesundes Gewebe angegriffen wird. Dadurch können Nebenwirkungen entstehen.

    Diese werden auf den nächsten Seiten genauer erklärt.

    Wie läuft eine Behandlung ab?

    Die Immuntherapie wird in der Regel als Infusion verabreicht.

    • Sie erhalten die Behandlung je nach verwendeter Substanz alle 2 bis 6 Wochen
    • Die Infusion dauert etwa 30 bis 60 Minuten
    • Sie können danach wieder nach Hause gehen

    Die Behandlung erfolgt:

    • im Zentrum
    • oder in einer spezialisierten Praxis

    Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht notwendig.

    Wenn Sie möchten, können Sie sich ein Video zum Ablauf der Behandlung ansehen.

    Alternativ kann die Behandlung auch als Spritze in die Fettschicht der Haut gegeben werden. Dabei werden insgesamt 10ml über 3-5 Minuten gespritzt. Diese Art der Anwendung kann insbesondere bei schlechten Venenverhältnissen eine gute Alternative sein.

    Welche Form für Sie in Frage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

    Dauer und Kontrollen

    Die Behandlung dauert bei guter Verträglichkeit und keinem Hinweis für ein Wiederauftreten des Melanoms 1 Jahr.

    In manchen Fällen muss die Behandlung unterbrochen oder vorzeitig beendet werden, zum Beispiel bei Nebenwirkungen. Auch dann kann die Behandlung bereits eine Wirkung entfaltet haben.

    Während der Behandlung finden regelmäßige Kontrollen statt:

    • Blutuntersuchungen, meist einmal im Monat
    • Bildgebende Untersuchungen (z. B. CT/MRT), etwa alle 6 Monate

    Was kann die Immuntherapie bewirken?

    Die Immuntherapie kann das Risiko eines Rückfalls verringern.

    Sie wirkt jedoch nicht bei allen Patientinnen und Patienten.

    Wie geht es weiter?

    Auf den nächsten Seiten erfahren Sie,

    wie die Erfolgsaussichten der Immuntherapie sind – bezogen auf Ihr Krankheitsstadium.

    UNIVERSITÄTSKLINIKUM HEIDELBERG (ZPM IN KOOPERATION MIT NCT) © 2024

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