- Long, G. V., Hauschild, A., Santinami, M., Atkinson, V., Mandala, M., Chiarion-Sileni, V., Larkin, J., Nyakas, M., Dutriaux, C., Haydon, A., Robert, C., Mortier, L., Schachter, J., Schadendorf, D., Lesimple, T., Plummer, R., Ji, R., Zhang, P., Mookerjee, B., Legos, J., Kefford, R., Dummer, R. und Kirkwood, J. M. (2017). Adjuvant Dabrafenib plus Trametinib in Stage III BRAF-Mutated Melanoma. N Engl J Med _377_ _(19)_, 1813-1823, doi: 10.1056/NEJMoa1708539.
Nachteile der zielgerichteten Therapie
Auch bei der zielgerichteten Therapie können Nebenwirkungen auftreten. Diese sind in der Regel gut behandelbar und bilden sich häufig wieder zurück, zum Beispiel nach einer Dosisanpassung oder Therapiepause.
Wie häufig treten Nebenwirkungen auf?
In einer großen klinischen Studie wurden Personen mit und ohne zielgerichtete Therapie verglichen.
Die Patienten ohne Immuntherapiezielgerichtete Therapie erhielten Medikamente ohne Wirkstoff (Placebo). Hier kann man deshalb nicht von „Nebenwirkungen“ sprechen. Alle Beschwerden, auch die unter Medikamenten ohne Wirkstoff, wurden aufgeschrieben. Diese Beschwerden haben dann andere Ursachen, z.B. durch Begleiterkrankungen.
Nebenwirkungen treten bei vielen Patientinnen und Patienten auf. Die meisten sind leicht bis mäßig, schwere Nebenwirkungen sind seltener.
Ohne zielgerichtete Therapie
- 12 von 100 Personen (12%) hatten keine Beschwerden
- 74 von 100 Personen (74%) hatten leichte bis mäßige Beschwerden
- 14 von 100 Personen (14%) hatten schwere Beschwerden
Mit zielgerichteter Therapie
- 3 von 100 Personen (3%) hatten keine Nebenwirkungen
- 56 von 100 Personen (56%) hatten leichte bis mäßige Nebenwirkungen
- 41 von 100 Personen (41%) hatten schwere Nebenwirkungen
Folgende Grafik verdeutlicht die Häufigkeit von Beschwerden/Nebenwirkungen:

In der Gruppe mit zielgerichteter Therapie hatten 27 Personen mehr schwere Beschwerden als in der Gruppe mit Placebo. In der unbehandelten (Placebo‑) Gruppe blieben 9 Personen mehr völlig ohne Beschwerden.
Was das bedeutet
Auch bei den Patientinnen und Patienten, die die zielgerichtete Therapie erhalten haben, lassen sich einige der beobachteten Beschwerden nicht eindeutig der Therapie zuschreiben - sie könnten genauso gut ohne Behandlung auftreten.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Sehr häufige Beschwerden (mehr als 30 von 100 Personen)
- Fieber oder Schüttelfrost
- Müdigkeit oder Erschöpfung (Fatigue)
- Übelkeit, Durchfall, seltener Erbrechen
- Kopfschmerzen

Häufige Beschwerden (mehr als 10 von 100 Personen)
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
- Hautveränderungen (z. B. Ausschlag)
- Husten
- Laborwertveränderungen (z.B. Leberwerte)
- Schwellungen (Ödeme)
- Bluthochdruck
Seltene mögliche Nebenwirkung
- Sehstörungen (meist durch Flüssigkeitseinlagerung an der Netzhaut)
(Liste nicht vollständig)
Wichtig zu wissen
Nebenwirkungen sind meist vorübergehend und behandelbar. Einige Nebenwirkungen werden zunächst nicht direkt bemerkt. Sie können zum Beispiel über Blutuntersuchungen erkannt werden (z.B. Veränderungen der Leberwerte).
In manchen Fällen muss die Behandlung angepasst, unterbrochen oder beendet werden.
Selten können Nebenwirkungen auch länger andauern und auch nach Ende der Therapie noch vorhanden sein. Sehr selten können Nebenwirkungen lebensbedrohlich und auch tödlich sein. Dazu zählt z.B. eine Entzündung des Herzmuskels. Auch deshalb bekommen Sie einen Notfallpass über die Therapie ausgehändigt, damit bei Auftreten von Nebenwirkungen schnell gehandelt werden kann.
Wann sollten Sie sich melden?
Informieren Sie bitte umgehend Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt oder stellen Sie sich notfallmäßig im nächstgelegenen Krankenhaus oder in der Sie behandelnden Klinik vor:
- bei starkem Durchfall, starken Bauchschmerzen, oder Erbrechen,
- bei Fieber (über 38 °C) oder anderen Zeichen einer schweren Infektion (z.B. Schüttelfrost),
- bei akut neu aufgetretenem Husten oder Atemnot,
- bei Engegefühl im Brustkorb, Schwindel oder Ohnmacht.
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Was bedeutet das für Ihren Alltag?
Nebenwirkungen können den Alltag unterschiedlich beeinflussen.
Viele Patientinnen und Patienten kommen gut damit zurecht, andere benötigen vorübergehend Unterstützung.
Es kann hilfreich sein, sich frühzeitig Unterstützung durch Familie, Freunde oder Beratungsangebote zu organisieren.
Wenn Sie Interesse haben, können Sie sich die persönlichen Erfahrungen und Meinungen eine Patientin im Stadium IIIC in folgendem Video ansehen.
Wie geht es weiter?
Auf der nächsten Seite erfahren Sie mehr über den direkten Vergleich Ihrer Möglichkeiten.

