Nebenwirkungen zielgerichtete Therapie

Schritt 9 von 12

    Auch bei der zielgerichteten Therapie können Nebenwirkungen auftreten. Diese sind in der Regel gut behandelbar und bilden sich häufig wieder zurück, zum Beispiel nach einer Dosisanpassung oder Therapiepause.

    Wie häufig treten Nebenwirkungen auf?

    Nebenwirkungen treten bei vielen Patientinnen und Patienten auf. Die meisten sind leicht bis mäßig, schwere Nebenwirkungen sind seltener.

    Ohne zielgerichtete Therapie

    • 12 von 100 Personen (12%) hatten keine Beschwerden
    • 74 von 100 Personen (74%) hatten leichte bis mäßige Beschwerden
    • 14 von 100 Personen (14%) hatten schwere Beschwerden

    Mit zielgerichteter Therapie

    • 3 von 100 Personen (3%) hatten keine Nebenwirkungen
    • 56 von 100 Personen (56%) hatten leichte bis mäßige Nebenwirkungen
    • 41 von 100 Personen (41%) hatten schwere, d.h. behandlungsbedürftige Nebenwirkungen

    Folgende Grafik verdeutlicht die Häufigkeit von Nebenwirkungen:

    Hauefigkeit Beschwerde


    In der Gruppe mit zielgerichteter Therapie hatten 27 Patienten mehr schwere, also behandlungsbedürftige Beschwerden als in der Gruppe mit Placebo. In der unbehandelten (Placebo‑)Gruppe blieben 9 Patienten mehr völlig ohne Beschwerden.

    Was das bedeutet

    Auch bei den Patienten, die die zielgerichtete Therapie erhalten haben, lassen sich einige der beobachteten Beschwerden nicht eindeutig der Therapie zuschreiben - sie könnten genauso gut ohne Behandlung auftreten.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Sehr häufige Beschwerden (mehr als 30 von 100 Personen)

    • Fieber oder Schüttelfrost
    • Müdigkeit oder Erschöpfung (Fatigue)
    • Übelkeit, Durchfall, seltener Erbrechen
    • Kopfschmerzen

    Häufige Beschwerden (mehr als 10 von 100 Personen)

    • Muskel- oder Gelenkschmerzen
    • Hautveränderungen (z. B. Ausschlag)
    • Husten
    • Laborwertveränderungen (z.B. Leberwerte)
    • Schwellungen (Ödeme)
    • Bluthochdruck

    Seltene mögliche Nebenwirkung

    • Sehstörungen (meist durch Flüssigkeitseinlagerung an der Netzhaut)

    Einige Veränderungen werden zunächst nicht direkt bemerkt und können bei Blutuntersuchungen auffallen (z. B. Veränderungen der Leberwerte).

    Wichtig zu wissen

    Nebenwirkungen sind meist vorübergehend und behandelbar.

    In manchen Fällen muss die Behandlung unterbrochen oder angepasst werden.

    Selten können schwerwiegende Nebenwirkungen z.B. am Auge oder dem Herzen auftreten.

    Wann sollten Sie sich melden?

    Bitte wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie z. B.:

    • hohes Fieber haben
    • sich stark abgeschlagen fühlen
    • anhaltenden Durchfall oder Erbrechen haben
    • Sehstörungen auftreten

    (Liste nicht vollständig)

    Was bedeutet das für Ihren Alltag?

    Nebenwirkungen können den Alltag unterschiedlich beeinflussen.

    Viele Patientinnen und Patienten kommen gut damit zurecht.

    Andere benötigen vorübergehend Unterstützung.

    Es kann hilfreich sein, sich bei Bedarf Unterstützung durch Familie, Freunde oder Beratungsangebote zu organisieren.

    Wenn Sie Interesse an einem Erfahrungsbericht einer Patientin haben, können Sie sich folgendes Video ansehen.

    Wie geht es weiter?

    Auf den nächsten Seiten werden die Behandlungsoptionen (Immuntherapie und zielgerichtete Therapie) direkt miteinander verglichen.

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