- Luke, J. J., Long, G. V., Robert, C., Carlino, M. S., Choueiri, T. K., Haas, N. B., O'Brien, M., Paz-Ares, L., Peters, S., Powles, T., Leiby, M. A., Lin, J., Zhao, Y., Krepler, C., Perini, R. F., Catherine Pietanza, M., Samkari, A., Gruber, T., Ibrahim, N. und Eggermont, A. M. M. (2024). Safety of pembrolizumab as adjuvant therapy in a pooled analysis of phase 3 clinical trials of melanoma, non-small cell lung cancer, and renal cell carcinoma. Eur J Cancer _207_, 1-9, doi: 10.1016/j.ejca.2024.114146.
Nachteile der Immuntherapie
Immuntherapien werden in der Regel gut vertragen. Nebenwirkungen entstehen dadurch, dass das Immunsystem aktiviert wird - das ist für die Tumorbekämpfung erwünscht. Neben den Tumorzellen kann es aber auch sein, dass das eigene Immunsystem gesunde Zellen angreift, man redet deshalb von autoimmunen Nebenwirkungen. Diese können - je nach eigener Veranlagung - unterschiedlich sein.
Wie häufig treten Nebenwirkungen auf?
In einer großen klinischen Studie wurden Personen mit und ohne Immuntherapie verglichen.
Die Patienten ohne Immuntherapie erhielten eine Infusion ohne Wirkstoff (Placebo). Hier kann man deshalb nicht von „Nebenwirkungen“ sprechen. Alle Beschwerden, auch die unter einer Infusion ohne Wirkstoff, wurden aufgeschrieben. Diese Beschwerden haben dann andere Ursachen, z.B. durch Begleiterkrankungen.
Ohne Immuntherapie
- 41 von 100 Personen (41%) hatten keine Beschwerden
- 55 von 100 Personen (55%) hatten leichte bis mäßige Beschwerden
- 4 von 100 Personen (4%) hatten schwere Beschwerden
Mit Immuntherapie
- 21 von 100 Personen (21%) hatten keine Nebenwirkungen
- 63 von 100 Personen (63%) hatten leichte bis mäßige Nebenwirkungen
- 16 von 100 Personen (16%) hatten schwere, d.h. stationär behandlungsbedürftige Nebenwirkungen
Die folgende Grafik verdeutlicht Ihnen diese Zahlen:

In der Gruppe mit Immuntherapie hatten 12 Personen mehr schwere Nebenwirkungen als in der Gruppe mit Placebo. Außerdem gab es 8 Personen mehr, die leichte bis mäßige Nebenwirkungen hatten. In der unbehandelten (Placebo‑)Gruppe blieben 20 Personen mehr völlig ohne Beschwerden.
Was das bedeutet
Auch bei den Patientinnen und Patienten, die die Immuntherapie erhalten haben, lassen sich einige der beobachteten Beschwerden nicht eindeutig der Therapie zuschreiben - sie könnten genauso gut ohne Behandlung auftreten.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Je nach Veranlagung können Nebenwirkungen verschiedene Organe betreffen (z. B. Haut, Darm, Lunge oder Hormondrüsen).
Häufige Beschwerden (mehr als 10 von 100 Personen)
- Müdigkeit oder Erschöpfung (Fatigue)
- Hautausschlag oder Juckreiz
- Durchfall
- Gelenkschmerzen
- Fehlfunktion der Schilddrüse

Weniger häufige Beschwerden (bis zu 10 von 100 Personen)
- Übelkeit, Appetitlosigkeit
- Laborwertveränderungen (z.B. Leberwerte)
- grippeähnliche Beschwerden (z.B. Schwächegefühl, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen)
- Trockener Mund
- Lungenentzündung oder Kurzatmigkeit
(Liste nicht vollständig)
Wichtig zu wissen
Nebenwirkungen sind meist gut behandelbar und bilden sich oft zurück.
In einigen Fällen können bleibende Schäden auftreten, zum Beispiel eine dauerhafte Störung der Hormonproduktion, mit der Notwendigkeit einer langfristigen Medikamenteneinnahme
Einige Nebenwirkungen werden zunächst nicht direkt bemerkt. Sie können zum Beispiel über Blutuntersuchungen erkannt werden.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Veränderungen der Hormonproduktion (z. B. der Schilddrüse)
- Entzündungen von Organen wie der Leber (Hepatitis)
Nebenwirkungen können selten auch verzögert und nach dem Ende der Therapie auftreten.
Bei schweren Nebenwirkungen muss die Behandlung unterbrochen oder beendet werden.
Sehr selten können Nebenwirkungen lebensbedrohlich und auch tödlich sein. Dazu zählen z.B. eine Entzündung des Herzmuskels oder des Nervensystems. Auch Entzündungen hormoneller Organe wie der Hirnanhangsdrüse (Hypophysitis) oder der Bauchspeicheldrüse (autoimmuner Diabetes mellitus) können akut lebensbedrohlich sein. Auch deshalb bekommen Sie einen Notfallpass über die Therapie ausgehändigt, damit bei Auftreten von Nebenwirkungen schnell gehandelt werden kann.
Wann sollten Sie sich melden?
Informieren Sie bitte umgehend Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt oder stellen Sie sich notfallmäßig im nächstgelegenen Krankenhaus oder in der Sie behandelnden Klinik vor:
- bei starkem Durchfall, starken Bauchschmerzen, oder Erbrechen,
- bei Fieber (über 38 °C) oder anderen Zeichen einer schweren Infektion (z.B. Schüttelfrost),
- bei akut neu aufgetretenem Husten oder Atemnot,
- bei Engegefühl im Brustkorb, Schwindel oder Ohnmacht.
Was bedeutet das für Ihren Alltag?
Nebenwirkungen können den Alltag beeinflussen.
Viele Patientinnen und Patienten kommen gut damit zurecht, andere benötigen Unterstützung.
Es kann hilfreich sein, sich frühzeitig Unterstützung durch Familie, Freunde oder Beratungsangebote zu organisieren.
Wenn Sie Interesse haben, können Sie sich die persönlichen Erfahrungen und Meinungen eines Patienten im Stadium IIIC in folgendem Video ansehen.
Wie geht es weiter?
Auf den nächsten Seiten erfahren Sie mehr über den direkten Vergleich Ihrer Möglichkeiten.

