Diagnostik Schleimhautmelanom

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2022 | Autor: PD Dr. med. habil. Mirjana Ziemer

Ein Teil der Schleimhautmelanome tritt in gut einsehbaren Körperregionen wie der Mund- und Genitalschleimhaut auf. In diesen Regionen wird ein Melanom leichter frühzeitig durch die Patienten selbst erkannt oder aber auch durch die behandelnden Zahnärzte oder Frauenärzte. Andere Schleimhautmelanome wie in den Nasenneben- oder Kieferhöhlen oder dem Magen-Darm-Trakt werden in der Regel entweder als Zufallsbefund im Rahmen einer anderweitig notwendigen Untersuchung entdeckt oder aber, weil bereits Komplikationen auftreten. So äußern sich fortgeschrittene Melanome der Nasenneben- oder Kieferhöhlen zum Beispiel durch Nasenbluten oder Behinderung der Nasenatmung. Melanome im Magen-Darm-Trakt können hingegen zu Schluckbeschwerden, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen oder dunklen Teerstühlen führen.

Ähnlich wie an der Haut findet sich auch bei Schleimhautmelanomen in frühen Entwicklungsstadien meist ein unregelmäßig begrenzter, bräunlicher oder schwarzer Fleck auf unveränderter Schleimhaut. Unerkannt kommt es zum stetigen Wachstum nicht nur in der Fläche, sondern auch in die Tiefe. Das Melanom wird dicker, so dass sich ein spürbarer Knoten entwickeln kann. Zunehmend kugelige Tumorknoten wölben sich vor und können an der Oberfläche nicht selten ulzerieren, so dass der Tumor blutet. Es ist die Blutung, die nicht selten zur weiteren Abklärung und damit eigentlichen Feststellung des Melanoms führt. Ein Teil der Schleimhautmelanome kann aber auch ohne Pigmentierung auftreten. Dann spricht man von amelanotischen Melanomen. Bei fehlender Pigmentierung ist die korrekte Diagnose nochmal weiter erschwert.

Schleimhautmelanome werden demzufolge meist spät entdeckt, sodass aufgrund der vergleichsweise späten Diagnose etwa die Hälfte der Schleimhautmelanome der Mundhöhle zum Zeitpunkt ihrer ersten Feststellung bereits in die Lymphknoten der Tumorregion metastasiert sind. Die Prognose ist entsprechend oft schlecht. Die 5-Jahres-Überlebensrate aller Patienten mit Schleimhautmelanomen liegt bei 25%. Nach dem Auftreten von Lymphknotenmetastasen sinkt sie auf 17%.

Schleimhautmelanome werden meist spät entdeckt.
Sie sind zum Zeitpunkt ihrer ersten Feststellung häufig bereits in die Lymphknoten der Tumorregion metastasiert.
Die Prognose ist oft schlecht.
REFERENZEN
  • [1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. Die S3-Leitlinie wurde überarbeitet und um das neue Kapitel „Adjuvante Therapie“ ergänzt.

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