Behandlung des Schleimhautmelanoms

Zuletzt aktualisiert: 08.04.2022 | Autor: PD Dr. med. habil. Mirjana Ziemer

Die Therapie der ersten Wahl ist die Operation, also die möglichst vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitsabstand von in der Regel 1 cm.

Therapie der ersten Wahl bedeutet, dass diese Behandlungsform – hier die Entfernung durch eine Operation – zunächst die erste und wichtigste Behandlungsmaßnahme darstellt.

Die Operation sollte aber möglichst funktionserhaltend sein. Patienten kann die Wächterlymphknotenbiopsie angeboten werden. Dafür wird mittels spezieller Technik der Lymphabstrom vom Melanom in den nächstgelegenen Lymphknoten verfolgt, der dann entfernt und mikroskopisch auf Metastasen untersucht wird. Bei Lymphknotenbefall ist die Prognose schlechter. Je nach Tumordicke und Lymphknotenbefund wird mit Ultraschall der regionären Lymphknoten, Computertomographie des Körpers und Magnetresonanztomographie des Körpers die Ausbreitung im Körper untersucht (= Ausbreitungsdiagnostik). Es sollten sowohl in die Diagnostik als auch nachfolgend in die Therapie und Nachsorge je nach betroffener Körperregion Fachdisziplinen wie z.B. der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Gynäkologie und Urologie hinzugezogen werden.

Die Bestrahlung hat für Melanome der Schleimhaut einen nachrangigen Wert. Bestrahlt wird vor allem dann, wenn aufgrund der Lokalisation oder Ausdehnung des Melanoms eine vollständige oder funktionserhaltende chirurgische Entfernung nicht möglich ist. Dann sind ebenso wie bei metastasierten Tumoren medikamentöse Tumortherapien sinnvoll. Dazu wird das Melanomgewebe mittels spezieller molekularer Untersuchungsmethoden auf Mutationen in bestimmten Genen – so insbesondere für c-KIT, BRAF und NRAS - untersucht. Bei etwa 20% der Schleimhautmelanome werden spezielle c-Kit Mutationen nachgewiesen, bei 10-17% eine BRAF-Mutation und bei 5-10% eine NRAS-Mutation.

Innerliche Therapie

Patienten mit nicht-operablem oder metastasiertem Schleimhautmelanom können innerlich behandelt werden. Bei der Therapie lehnt man sich vor allem an die Erfahrungen aus der Behandlung von Hautmelanomen an. Bei Vorliegen einer sogenannten BRAF-V600-Mutation kann eine Tablettentherapie mit einem BRAF-Inhibitor in Kombination mit einem MEK-Inhibitor erfolgen. Diese verhindern die Zellteilung der Tumorzellen. Unabhängig von einer Mutation steht allen Patienten die Immuntherapie in Form einer Infusionstherapie mit sogenannten Checkpointinhibitoren zur Verfügung. Diese stimuliert das körpereigene Immunsystem gegen die Tumorzellen. Hat ein Patient bei positiver BRAF-Mutation prinzipiell beide Möglichketen der Therapie, ist es erforderlich anhand aller Befunde (so zum Beispiel Anzahl und Größe der Metastasen, Ort der Metastasen, Allgemeinzustand) zu entscheiden, mit welcher Therapie begonnen werden soll. Bei Vorliegen einer speziellen c-KIT-Mutation ist bei erfolgloser Immuntherapie ein c-KIT-Kinaseinhibitor zum Einnehmen eine Möglichkeit der Therapie. Diese ist jedoch nicht zugelassen und muss somit erst bei der Krankenkasse beantragt werden.

Den Einsatz dieser innerlichen Therapien kann man inzwischen auch vorbeugend (adjuvant) nach vollständiger Entfernung eines fortgeschrittenen Melanoms erwägen.

Die Therapie der ersten Wahl ist die vollständige jedoch möglichst funktionserhaltende chirurgische Entfernung mit einem Sicherheitsabstand
Ab einer bestimmten Tumordicke erfolgen die Wächterlymphknotenbiopsie und eine entsprechende Apparatediagnostik zum Ausschluss von Metastasen.
Bei nicht vollständig operablen Melanomen oder Metastasen stehen innerliche Therapien zur Verfügung.
REFERENZEN
  • [1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. Die S3-Leitlinie wurde überarbeitet und um das neue Kapitel „Adjuvante Therapie“ ergänzt.

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