Metastasierte Erkrankung

Zuletzt aktualisiert: 08.04.2022 | Autor: Max Schlaak, Markus Heppt

Im Fall einer Metastasierung empfiehlt sich eine Anbindung an ein Zentrum, an dem eine größere Anzahl von Patienten bzw. Patientinnen mit metastasierten Aderhautmelanom behandelt wird. Im Regelfall werden die Patientenfälle in einem interdisziplinären Gremium besprochen und gemeinsam Therapieempfehlungen vereinbart.

Sofern nur einzelne Metastasen vorliegen, kann ein operatives Vorgehen diskutiert werden. Wenn die Leber als häufigster Metastasierungsort alleine betroffen ist, können lokale Behandlungen an der Leber in Frage kommen. Eine lokale Behandlung bedeutet, dass die Therapie vor allem am betroffenen Organ wirksam werden soll und gesunde Organe möglichst geschont werden. Hier stehen verschiedene Behandlungen je nach Zentrum zur Verfügung, wie z.B. die transarterielle Chemoembolisation (TACE), die selektive interne Radiotherapie (SIRT), Chemosaturation der Leber und verschiedene andere Behandlungsformen. Eine eindeutige Präferenz für eine der Behandlungen gibt es aktuell noch nicht (1).

Wie bereits beschrieben wirken die medikamentösen Therapien nicht so effektiv wie bei Patienten bzw. Patientinnen mit Melanomen der Haut. Daher sollte ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden und eine Teilnahme an einer klinischen Studie besprochen werden.

Eine neue Therapiemöglichkeit des metastasierten Aderhautmelanoms stellt Tebentafusp dar. In einer Phase III Studie für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Aderhautmelanom und einem bestimmten Zelloberflächenmarker (sogenannter positiver HLA-A 0201 Status) wurde Tebentafusp gegenüber Dacarbazin, Ipilimumab oder Pembrolizumab untersucht. Der Nachweis des genannten Markers ist notwendig für die Funktion des Medikaments und liegt bei ca. 30-40% der Bevölkerung in Mitteleuropa vor. Nach einem Jahr lebten 73% der Patientinnen und Patienten in der Tebentafusp-Gruppe und 59% in der Kontrollgruppe. Nebenwirkungen sind gerade am Anfang der Behandlung häufig aber in der Regel beherrschbar. Die Zulassung des Medikaments wird zeitnah erwartet, zum aktuellen Zeitpunkt (November 2021) besteht die Möglichkeit an der Teilnahme eines sogenannten “early access programs” an ausgewählten Universitätskliniken in Deutschland. Tebentafusp stellt damit eine deutliche Verbesserung in der Behandlung des metastasierten Aderhautmelanoms dar [2].

Eine Behandlung sollte an einem spezialisierten Zentrum erfolgen und die Möglichkeit zur Teilnahme an einer klinischen Studien überprüft werden.
Im metastasierten Stadium stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Häufig werden bei einem alleinigen Befall der Leber lokale Therapieverfahren eingesetzt.
REFERENZEN
  • [1] Rodriguez-Vidal, C.; Fernandez-Diaz, D.; Fernandez-Marta, B.; Lago-Baameiro, N.; Pardo , M.; Silva, P.; Paniagua, L.; Blanco-Teijero; M.J.; Piñeiro, A.; Bande M. Treatment of Metastatic Uveal Melanoma: Systematic Review. Cancers 2020
  • [2] Nathan P, Hassel J, Rutkowski P et al., Overall Survival Benefit with Tebentafusp in Metastatic Uveal Melanoma. N Engl. J. Med. 2021

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